FOSY 16-Bit-FORTH für U 808 D

Anfänge der Mikrorechentechnik - vom Maschinencode zur höheren Programmiersprache.

FORTH-System für K 1510

FOSY auf dem U 808 D = i8008

|img:FOSY Bildschirm| Mit nur 4 kByte Kernel-Code ist ein 16-Bit FORTH auf dem ersten 8-Bit-Mikroprozessor der Welt lauffähig. Der eingebaute Monitor-ROM (4 kByte) bleibt weiter im System eingebunden. Nach Abzug von 0,75 kByte System-RAM sind 5,25 kByte frei.

Das Lochband mit der Programmiersprache wird eingelesen und auf Adresse 2000H gestartet (Strg+_ im PAPL 2). Die entsprechenden Lochbanddateien im Emulator sind F1-2P.LEC (Grundsystem) bzw. F1-2PE.LE2 (Entwicklungssystem für PAPL 2).

Der Grundwortschatz umfaßt 123 Worte (V1.2 1988) und enthält Tastatureingabe und Bildschirmausgabe. Programme und Daten können direkt eingegeben oder über einen Lochbandleser geladen werden. Auf dem gleichen Weg können auch Treiber für Peripheriegeräte, wie Drucker und Lochbandleser ergänzt werden.

Die Erweiterung zu einem vollständigen Entwicklungssystem belegt ca. 2 kByte. Aufgrund des geringen Speicherplatzes sollten immer nur die unbedingt notwendigen Worte geladen werden. Trotz dieser knappen Ressourcen lohnt sich die Verwendung einer höheren Programmiersprache anstelle von Assembler-Programmierung. Produktive Arbeit auf einem solchen System ist dadurch möglich, daß Daten und Programmteile häufig auf Lochband oder Magnetband ausgelagert und bei Bedarf wieder geladen werden.

Die Programmiersprache FORTH

Vom Maschinencode zur Hochsprache

In den 1960er Jahren liefen die wenigen ausgereiften Programmiersprachen, hauptsächlich auf Großrechnern.

Der knappe Speicherplatz auf Klein- und später Mikrocomputern erforderte eine aufwendige Programmierung in Maschinensprache.
Charles H. Moore« entwickelte seit 1968 einen kleinen Interpreter/Compiler, der die wichtigsten Grundfunktionen einer stackbasierten Programmiersprache platzsparend realisierte. So entstand das FORTH-System«, eine eigene Entwicklungsumgebung, die zugleich als Betriebssystem fungieren konnte.

FORTH behandelt alle Komponenten (Daten und Programmteile) als Worte, die durch Leerzeichen getrennt werden. Alle FORTH-Worte werden in einem Wörterbuch gespeichert.

Ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Sprachen der damaligen Zeit, wie z.B. BASIC, war die simple Erweiterbarkeit des Wörterbuchs mit jeder vorhandenen Definition und/oder beliebigen Zahlen oder auch Maschinencode.

12 CONSTANT ZWOELF
: DUTZEND ZWOELF * ; 
: SCHOCK DUTZEND 5 * ;

Jetzt kann man z.B. um 24 bzw. 60 auszugeben schreiben:

2 DUTZEND .
1 SCHOCK .

Seit 1976 zählt FORTH zu den Standardsprachen.

FORTH auf Wikipedia«

Forth-Gesellschaft e.V.«

Forth Interest Group«